Nachdem ich lange Jahre als das vermeintlich schwarze Schaf einer musikalischen Familie gegolten hatte, gab ich der Musik im Alter von 15 Jahren eine letzte Chance: ich versuchte es mit dem Saxophon. Zur Überraschung der ganzen Familie gewöhnten sich mein Sax und ich schnell aneinander und es begann eine unzertrennliche Freundschaft. Um ehrlich zu sein, hielt ich mich immer schon für musikalisch... aber nach außen hin war das nicht unbedingt zu erkennen. In der musikalischen Früherziehung etwa hab ich die Sache mit dem Noten-Lesen nicht so schnell gerafft, wie die anderen Kinder... Mein erster großer Auftritt mit der Geige endete damit, dass ich "früher" fertig war als das restliche Orchester, weil meine Zählweise nicht ganz mit der des Dirigenten übereinstimmte...

Und als ich in der 6. Klasse im Musikunterricht freiwillig ein Lied auf dem Klavier präsentierte, meinte mein Lehrer, er wolle das besser nicht bewerten, um mir meinen Schnitt nicht zu vermiesen... Nun, nachdem mir das Sax also zu neuen Fähigkeiten verhalf, widmete ich mich vor allem der Jazzmusik. Gleichzeitig schrieb ich regelmäßig Liedtexte, inspiriert von Künstlern wie Herbert Grönemeyer, den Fantastischen Vier oder Wolfgang Niedecken. Da ich kein Begleitinstrument beherrschte, musste mein Bruder Gix die Texte mit mehr oder weniger großer Begeisterung vertonen. Mit 21 brachte ich mir schließlich das Gitarre-Spielen selber bei. In dieser Zeit entstanden unzählige eigene Lieder mit träumerisch-melancholischen, politischen und musikkabarettistischen Texten. Es folgten einige Auftritte zusammen mit meinem Bruder Gix. Unvergessen bleiben die Konzerte in einem alten Bauernhof in Mindelheim, bei denen vor allem das "Spinatlied" und der "Dieb unter der Dusche" einen dauerhaften Eindruck beim Publikum hinterließen. Während meines Theologie-Studiums in Augsburg und Rom ließ ich die Liedermacherei ein wenig ruhen, gleichzeitig spielte ich aber in mehreren Bands und Orchestern Saxophon und Gitarre. Bei einem Benefizkonzert für die Flüchtlingshilfe in Neu-Ulm im Jahr 2014 spielte ich meine Lieder wieder zum ersten Mal seit fast acht Jahren vor einem größeren Publikum. Damit kam etwas ins Rollen, was nicht mehr aufzuhalten war: ich wollte wieder mehr Musik machen und neue Lieder schreiben. Inzwischen konnte ich viele wunderbare Konzerte als Liedermacher geben. Im Moment plane ich mein längst überfälliges erstes Album, das hoffentlich demnächst erscheinen wird.

 

 

Hier gibt's ein paar Fotos von meinem bisherigen musikalischen Schaffen. Okay... das Bild mit der Geige ist ein Fake, aber ich finde es trotzdem schön...

Das letzte Bild stammt mit freundlicher Genehmigung von rattenscharfe-photos.de.